Geschichtlicher Hintergrund

Das Stiftungsland Winderatter See liegt im Östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins zwischen Husby und Sörup. Die durch die Weichseleiszeit geformten Grundmoränen sind durch ein flachwelliges Relief mit Höhen von 40 bis 50 m über NN gekennzeichnet und in südwestlicher Richtung von Senken durchzogen. Winderatter See und Kielstau sind als subglaziales Tunneltal entstanden, in dem das unter hohem Druck stehende Schmelzwasser unter dem Gletschereis bis zu den Gletschertoren von Kleinsolt und Großsolt abfloß. 

Heute hat der Winderatter See als nährstoffreicher Flachwassersee eine Größe von nur 0,24 km² bei einer mittleren Wassertiefe von nur 1,2 m. Im Talraum der Kielstau wurde am östlichen Ortsrand des Dorfes Ausacker von 1487 bis 1845 eine Wassermühle betrieben. Erst danach wurde der Seespiegel um etwa 2 m auf seine heutige Höhe von 37,3 mm über NN abgesenkt. Noch heute dokumentieren so genannte Königsteine aus der Regierungszeit des dänischen Königs Christian VIII. (1839-1848) die alte Uferlinie. In dem kleinen Wald am Südufer des Winderatter Sees befindet sich ein Archäologisches Denkmal, die sagenumwobene Grauburg. Sichtbar sind heute noch ein verlandeter Burggraben und ein unter Wasser gelegener Steindamm am Seeufer.

(Teil eines Textbeitrages von Willfried Janßen aus dem Naturführer
"Wilde Weiden zwischen Nord-und Ostsee"
ISBN 978-3-89876-556-5 erschienen 2011 bei Husum Druck- und Verlagsgesellschaft)